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12/09 von Misses Nox.

Der Heinzer in Stade

Am 28.11. war ich aufgrund familärer Verpflichtungen wieder im Heimatstädtchen Stade unterwegs. Schön mal Omma´s 70. gefeiert. Mein Vater hatte “sturmfreie Bude” und so begab es sich zu dem glücklichen Zufall, dass wir, including mon père, die Lieblingstante und meine Wenigkeit, uns bei der Lesung von Heinz Strunk´s  Fleckenteufel im Stader Rathaus vorfanden.

Ticket

Wer das Buch schon gelesen oder gar eine Lesung besucht hat, weiß wovon ich rede, wenn ich sage, es ist nur schwer auszuhalten, wenn der Strunk da einen zum Besten gibt. Schon Fleisch ist mein Gemüse ist autobiographisch geschrieben, sieht man noch heute in seinem Gesicht, die Überbleibsel der alles sagenden, fiesen, kaum zu beschreibenden Akne von damals. Und mal ganz ehrlich, ich kann mir nur allzu gut vorstellen, wie er, der Heinz in seinen jungen Jahren auf einer Jugendfreizeit Probleme hatte zu kacken. Peinlich genau werden Furztöne -und gerüche beschrieben, peinlich genau die Anomalität seines Daseins erörtert.

Der Heinzer

Heinz Strunk

Das Heinz Strunk schon immer schwer zu verstehen war ist nicht nur den eingefleischten Strunk-affinen Menschen bekannt, dass man nach einer Pause und gefühlten 24 halben, von ihm getrunken, versteht sich, aber so fast gar nichts mehr versteht, erklärt sich ja von selbst. Ständig stieß er auf, ruckelte auf seinem Stuhl hin und her, als wenn er seiner Puperze ein bisschen Freiraum geben müsste, um ein kleines Lüftchen entfahren zu lassen. Herrlich, der Heinzer, wie er leibt und lebt. Lesen ging ja noch, kennt er den Text wohl mittlerweile fast auswendig. Schön aber waren die versuchten Sätze, zwischendurch. Sätze wie “…also ich hab…äh..ja.. [pause] mir währ´nd der Pausssssse …ähm… in mein´m Kabuff mal sssschön ein rein.. äh ja und gleich komm ich übrigenssss mit mein´m goldenen Füller zu euch..”

Und er erschien, ein Weilchen später, um mit seinem schwarzen Kugelschreiber goldenen Füller ein paar Autogramme zu geben, nachdem (!) er über die Treppenstufe gestolpert war. Schön, dass es gefühlte fünf Menschen waren, die da tatsächlich etwas vom Heinzer getaggt haben wollten. So blieb noch ein wenig Zeit diesen Herren ein bisschen zu beobachten. Vor mir drei Personen, denen er schräg seine Unterschrift ins ggf. Buch schrieb. Ich war an der Reihe. Pah.. das haste dir so gedacht, dachte ich. Und vorlaut wie ich nunmal bin sagte ich geradeaus, “er könne auch ruhig mal “Für Annika” reinschreiben”.

Tja, und er, der Heinz, ist ja nicht doof und fragte gleich ob ich denn mit zwei “N” geschrieben werden würde. “Klar!”

“Ist ja auch viel schöner!”, sagte er und versuchte mich anzusehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er irgendwas gesehen hat. Aber gut. Und entließ ihn zu seinem nächsten Bier -oder Schnapsgetränk, freundlich, wie ich ja auch manchmal sein kann.

Autogramm

Alles in Allem mal wieder ganz großes Tennis. Was anderes habe ich mir ehrlich gesagt nicht von dem Abend erwartet und Heinz hat mal wieder nicht enttäuscht! Herrlich!

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