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06/10 von Misses Nox.

Ich habe ja auch so meine Vorurteile

…aber muss das denn sein? Oder gerade deswegen? Also ich meine, will uns der Besitzer dieses eher semischicken Wagens mit seinem Kennzeichen irgendetwas sagen?!

So habe ich zumindestens mal wieder etwas unter der “Nazis sind eben doch die dümmeren Deutschen!” – Rubrik

zu bloggen.

Schreckensbotschaft?!

Von mir aus kann er gleich “Heil Hitler” auf seinen Wagen schreiben lassen, die Frage ist nur, wie lange er damit dann durch die Gegend fahren würde. Wohl nicht allzu lange!

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03/10 von Misses Nox.

13. Februar Zwanzigzehn Dresden oder Nazis essen heimlich Döner

Ich weiß, das Datum liegt schon ein wenig zurück. Ich weiß auch, dass wohl schon alles Wichtige dazu gesagt ist. Dennoch ist es mir wichtig auch hier, auf meinem Blog ein Zeichen gegen rechts zu setzen. Getreu dem Motto “Nazis sind die dümmeren Deutschen”

Früh am Morgen machten wir drei uns auf den Weg gen Dresden. Ich muss gestehen, ich verschlief gut 2/3 dieser hochinteressanten Fahrt, hatte ich mir die vorherige Nacht in Hamburg auf dem Boxhamsters Konzert [...]  um die Ohren geschlagen.  Wir kamen gut durch, wir standen in keiner Straßensperre. Erstmal Orientierung verschaffen.

Glücklicherweise gab es ein Infotelefon, welches einen darüber unterrichtete, an welchen Blockaden noch Menschen zur Unterstützung dieser besagten Blockaden gebraucht wurden. DSCN4368

Schon auf dem Weg dorthin sahen wir Busse mit eingeschlagenen Fenstern, in einem dieser Busfenster hing sogar noch eine Parkbank. Ob das so klug ist, auch wenn Nazis im Bus sind, diese Dinge zu zerstören, stelle ich mal in Frage. Ich denke nicht.

Angekommen, blockiert. So ging das eine ganze Weile.

Zwischendurch ein Getränkekauf hier, ein Kuchenstop dort. Mittlerweile war es wohl 14.00 Uhr am Nachmittag und da nicht gerade die sommerlichsten Temperaturen herrschten, war meine Hose nebst den Schuhen von Schnee durchtränkt. Doch wer würde wegen solch einer Lapalie aufgeben?! Seht ihr! Galt es diesen erbärmlichen Nazi Aufmarsch zu verhindern. Verzeiht, Meine rechten Mitbürger würden natürlich Gedenkmarsch sagen. Genehmigt war ihnen ein Lauf und Kundgebung(en) von 12.00 Uhr – 17. 00Uhr

Misses Nox Für mich persönlich ist Twitter ja mittlerweile eine Plattform geworden auf der  ich meinen Senf abgebe, ich in einer bestimmten Art und Weise kommuniziere und mir gewissermaßen die eine oder andere Information hole. Dass das solch  Ausmaße in Dresden annimmt war mir zuvor nicht bewusst. Es gab viele Informationen, folgte man nur den “richtigen” Leuten, Blockadepunkte wurden neu organisiert und auch laufende Demonstrationen bereits öffentlich diskutiert. Den Neonazis ist dies mehr oder weniger zum Verhängnis geworden, hatte man   schließlich schnell herausbekommen, unter welchen Hashtags sie unter sich kommunizierten und so war es ein noch Leichteres ihnen ihre Tour mit, ich möchte mal sagen, SpamTweets zu versauen. Belustigend war daher auch, dass   man den einen oder anderen Polizisten mit Laptop bewaffnet und offener   Twitterseite in den Peterwagen sehen konnte.

Wir liefen und liefen, irgendwie musste man sich ja warmhalten und gerne hätte   ich einen Schrittzähler dabei gehabt. Am Bischofsplatz war unser nächster Stop. Hier hielt schon die BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) Stellung. Wir schlossen eine Kette. Vorne hinter der meterweiten “Knautschzone” konnte man schon die hohlköpfigen Rechtsextremisten ihre Schlachtrufe brüllen hören. Wir gingen auf die Polizei zu. Lass uns 35 Mann gewesen sein, was hätten wir schon ausrichten können. [Hier muss ich einfügen, ich bin nicht eine der Personen, die sich zum Prügeln, Steine schmeißen oder Mülltonnen anzünden auf Demonstrationen begibt, auch wenn ich jetzt einige von meinen Lesern enttäusche.] Ein Statement sollte aber sein. Dem BFE gefiel das augenscheinlich nicht so gut und durchschritt unsere beschauliche Gruppe mit ihren Pfeffersprays. Ein Glück, dass ich so klein bin. Natürlich lösten wir uns, auf einen Zusammenstoß mit einem Tonfa wollten wir gut und gerne verzichten. Männer, zwei Meter große Tiere, hielten sich ihre tränenüberfüllten Augen, torkelten orientierungslos durch die Gegend. Die, die nichts abbekommen hatten, kümmerten sich mit Kochsalzlösungen um diese. Doch auch das schien die Polizei nicht zufrieden zu stellen, sie packten Getroffene sowie Helfende in den Nacken und buxierten diese ungefähr zehn Meter weiter zurück. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Ereignis was mich persönlich betraf.

Ich, kleiner Kampfzwerg.Straßenkampf

Es war nun mittlerweile schon 16.00 Uhr und durch die Lautsprecher des eben noch Kiemsa spielenden Unterstützungsmobils wurde durchgegeben, dass der Marsch der Nationalsozialisten nicht stattfinden würde. “Die Polizei könnte deren Sicherheit nicht gewährleisten.” (Schon irgendwie ein komisches Deutschland [*Hier möchte ich mich besonders der Aussage: "Gebt die Nazis vogelfrei, haut sie alle schnell zu Brei!" freimachen, denn dass ist jawohl auch nicht Sinn der Sache!], dass die Polizei Leute beschützen muss, die doch so sehr etwas gegen Ausländer haben, dass sie diese mal hier nichts dir nichts krankenhausreif schlagen, dass die Polizei Leute beschützen muss, die dafür sind, behinderte Menschen sollten erst gar nicht auf die Welt kommen, dass die Polizei Leute beschützen muss, die sagen, dass alle Homosexuellen Menschen nicht zur Herrenrasse zählen und kastriert gehörten. Auch wenn eine, und das ist natürlich überaus wichtig[!],  Meinungsfreiheit besteht, welche dann aber aufhört, sobald ich jemand anderen schade, um mich zu verwirklichen. Aber hier rühre ich wohl schon in einem anderen Thema, dem Polizeistaat.)

Wir machten uns also auf den Weg gen Auto, waren erleichtert,

dass “wir” es geschafft hatten. Wir alle zusammen. Wir, 10.000.

Polizeisperre

Bis sich hinter uns plötzlich ein riesiges Polizeiaufgebot zeigte. Gut zehn Grüne Minnas konnten wir zählen, zwei Wasserwerfer, ein Räumungsfahrzeug, mal ganz abgesehen von den einfachen Bullis, die plötzlich die Straße absperrten. Ferner parkte die Polizei alle Einkaufswagen, die sie in dem nahegelegenen Lebensmittelgeschäft ergattern konnten.  Wir stoppten. “Was´ los?”  fragten wir nur kurz die uns zugetanenen Beamten. Diese gaben uns nicht die Informationen, die uns zufrieden gestellt haben und so benutzten wir die altbewährten Quellen. Mittlerweile war es 16.20 Uhr und es hieß, “den Nationalsozialisten sei nach ein paar Verhandlungen mit der Polizei eine Ausweichstrecke genehmigt worden sein”. Die Straßen mussten geräumt werden, die Menschen, die immernoch eisern blockierten, von den Straßen getragen werden. Das dauerte eine ganze Weile und gegen 16.55 Uhr zog die Polizei tatsächlich  ab. Tatsächlich geschafft, die Zeit wurde zu knapp, die Nazis wären eh nicht mehr weit gekommen. Grossartig! Doch alles gut ausgegangen, für die Gegendemonstranten, jedenfalls.

Ausgelassen konnten wir uns auf den Heimweg begeben.