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11/09 von Misses Nox.

Rock on

Bisher reihen sich die allabendlichen Ausgehgründe wiedermal sehr schön aneinander an. Gerade noch zu Skunk Anansie gerockt, das Wochenende mit den Lieblings-”Lass mal ein Bier trinken gehen”-Leuten verbracht, schon steht das nächste Konzert an. Ganz spontan. Über das doch mittlerweile immer mehr publiziert werdende Medium Twitter las ich, dass jemand eine Karte abzugeben hätte, ich hatte Zeit, also warum nicht?!

Bela B. stellte mit seiner Band Y Los Helmstedt sein neues Album Code B vor.

Bäääm!

Der Auftritt, der nach der Ansage, man sollte doch bitte auf seine Geldbörsen aufpassen und die scheiß Arschlöcher nicht auch noch zum klauen einladen solle, war doch relativ gut. Begann er die erste Strophe hinter der Papierwand und – natürlich sprang bei den ersten rockigen Tönen hindurch. Jubel…

Bela B.

Bis auf ein paar Ausnahmen gefällt Code B mir ziemlich gut. Wie man es von dem Herrn Felsenheimer kennt, desolate und nihilistische Texte, persönlich mag ich das zu gewissen Stunden ja ganz gerne.

Zwei

Gefallen hat mir die Einbindung des Publikums, während er Zeichnungen seiner selbst, gemalt von Fans, unterschrieb, die schöne Decke im Aladin besang und uns zählen ließ, wobei er sich selbst verzählte, reagierte er ebenso lässig und mit gewohntem Wortwitz auf Zwischenrufe.

Ina Paule Klink

Ganz besonders positiv überrascht war ich, Ina Paule Klink auf der Bühne zu sehen. Das sie eine tolle Schauspielerin ist, weiß man ja, dass sie ziemlich lecker ist, sowieso, dass sie aber auch singt, war mir bis dato neu. Und ich fands gut. Diese verruchte und doch grazile Mischung ganz groß und die beiden passten musikalisch wie showtechnisch gut zusammen.

heiß heiß heiß

Besonders “One Night Stand”,  sie im kleinen roséfarbenden Negilgé, er im krassen Glitzeranzug kamen an. Anmutig wippte sie mit ihren zartgliedrigen Füßen im Takt und himmelte Bela an. Fein. Und dann war es auch schon vorbei. Alles in Allem ein ganz nettes Konzert, und nein, in diesem Fall ist “nett” nicht die kleine Schwester von “scheiße”.

Yeehaw!

Mein Fazit zu diesem Konzert:

ALTHOUGH YOU CAN FUCK WITH THIS BAND IT WAS FUCKING CRAZY!

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11/09 von Misses Nox.

It´s fucking good to be back!

War  nach  “Thank you!” and “Hello Berlin!” sowie einem grossartigen musikalischen Einstieg mit “Charlie Big Potato” und “All I want”  einer der ersten Sätze von Skin. Wenn nicht vorher schon das Eis gebrochen war, dann definitiv in diesem Moment. Skunk Anansie und ganz besonders Skin ist für die Musik, für die Bühne geboren.  Diese pure Energie, die da ins Publikum geschleudert worden ist… Heiß! Mehrfach stand sie vor uns, Arme weit ausgebreitet, Augen Richtung Hallendecke und ließ sich feiern, sog den Applause, die Jubelrufe förmlich in sich auf und erinnerte mich stark an einen Vampir im Blutrausch.

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Beginne ich jedoch lieber am Anfang, denn eine Vorband gab es auch.”The Chemsits” gaben den Auftakt und ich muss sagen, dass sie ansich gar nicht so schlecht waren, als Vorband für Skunk Anansie aber wenig geeignet. Das Moshpit stand trotz der immer wiederkehrenden Aufforderungen des Sängers still. Ferner fragte ich mich, was der gute Herr denn bloß mit seinen armen Beinen und Füßen hatte. Die Bewegungen erinnerten an einen stark unter Drogeneinfluß stehenden Elvis Presley. So richtig gut sah das irgendwie nicht aus. Aber das ist ja bekanntlicherweise zweitrangig. Der Leadgitarrist hatte ständig Probleme mit seinem Multi fix board und auch der Drummer hätte meines Erachtens ruhig noch ein bisschen mehr powern können. Als sie ankündigten, dass wir sie “gleich los seien” – tosendes Gebrüll. Unangebracht, aber gut, wenn man eben auf etwas Hervorragendes wartet möchte man sich eben nicht von Zweitklassigem die kostbare Zeit stehlen lassen.

Rohrsystems

Die drei Herren, Ace, Mark und Cass (in Regenjacke mit Kapuze unter welcher man nur die unendlich langen Dreads sehen konnte) betraten die Bühne, endlich. Die Lichtshow begann und alle warteten gespannt auf Skin, welche auch prompt im grossartigen Glitzerfäden-Alu-Feder-Goldfarbenden-Raumschiff-Was auch immer-Kostüm elangeladen auf die Bühne sprang. Acht Jahre mussten die Fans nach der Trennung warten. Acht lange Jahre in denen sich die Bandmitgleider Solo- oder anderen musikalischen Projekten gewidmet haben, acht Jahre in denen sich das Warten aber definitiv gelohnt hat!

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Zwischen den altbewährten Songs wie “We don’t need who you think you are” und “Lately” wurden auch die drei neuen Lieder vorgestellt, die ohne Frage an die alten Erfolge der Band anknüpfen werden. Unvergesslich bleibt Skin´s kraftvolle Stimme, die nicht nur bei Balladen das Blut in den Adern gefrieren lässt sondern auch oder gerade bei rocklastigen Songs durch Mark und Bein geht. Die Welt ist wieder bereit für “Mitten-ins-Gesicht-Rock” und das ist gut so!

Black&White

Immer wieder suchte Skin den Kontakt zu dem Publikum, klatschte Hände ab, während Mark and Cass herumalberten und sich gegenseitig in die Saiten griffen. Sie küsste crowdsurfende Fans und ließ sich ihre anziehende Glatze streicheln. Ob das Glück bringt, wie beispielsweise einem Schornsteinfeger die Hand zu schütteln, oder die Pfoten des Bremer Esels zu berühren?! Ich bin der festen Überzeugung, ja! Skin ist wohl die ikonenhafteste, freimutigste und provokanteste Sängerin der modernen Musikkultur, welche sich selbst als “schwarze, glatzköpfige und bisexuelle Amazone bezeichnet.

Nachdem Skin nun schon zweimal die Bass-Drum bestiegen hatte, einmal fast abstürzte, schon einmal in die Menge sprangt und den StageDiver mimte, stimmte sie nun “Weak” an. Nun eher ein etwas ruhigerer Song, etwas eben, bei dem es nicht lange gediegen zugehen sollte, denn kurzerhand ging sie aufs Moshpit zu und stieg in die Menge, ließ sich von ihren Fans an den Füßen heben, durch die Menge tragen und sang, sang unerbittlich weiter.  Tosende Menge.

HandWalk

Skin spielte selbst Gitarre, ließ Schellen erklingen, heizte dem Publikum mit einem kurzen Spiel auf den Tom Toms ordentlich ein und stieß sich vor lauter Übermut, Rumblödelei mit Mark, Springerei und aus der Balance kommen bei der ersten Zugabe den Kopf an der Bass-Drum. Allzu schlimm kann es nicht gewesen sein, spielten sie zum Abschluss des hervorragenden Abends noch zwei weitere Zugabe, und zur Freude aller “Secretly”.

Mi fehlten noch ein paar meiner Lieblingslieder, gern hätte ich zum Beispiel noch “This is fucking political!” gehört, aber wer knapp zwei Stunden nur Gas Gas Gas gibt, dem darf man auch irgendwann eingestehen zum Ende zu kommen.

Mein Fazit zu diesem Konzert:

YOU CAN NOT FUCK WITH THIS BAND!HELL YEAH!